IMRT

Intensitätsmodulierte Radiotherapie, kurz IMRT

Rapid-Arc-Verfahren

 

Verfahren
Die Intensitätsmodulierte Radiotherapie ist eine höchst anspruchsvolle Form der externen Radiotherapie, Hierbei wird inhomogen bestrahlt, d.h.an verschiedenen Stellen des Tumors werden unterschiedliche Strahlendosen appliziert. Durch unterschiedlich geformte Bestrahlungsfelder und verschiedene Einfallswinkel kann der Tumor sehr präzise bestrahlt werden. Wesentlicher Unterschied zu den standardmäßig eingesetzten dreidimensionalen Bestrahlungstechniken ist, dass man mit der IMRT sozusagen "um die Kurve" bestrahlen kann. Das ermöglicht eine optimale Bestrahlung konkaver oder konvexer Strukturen.

 

Das Rapid-Arc-Verfahren ist eine besonders schnelle IMRT-Variante. Sie wird unter bestimmten Voraussetzungen ausgewählt, um eine noch schnellere Bestrahlung zu ermöglichen.
Während der Bestrahlungskopf sich in wenigen Minuten einmal um den Patienten dreht, passt sich das Strahlenfeld immer wieder aufs Neue an den Tumor an. So wird die Bestrahlungsdosis eng um das Behandlungsziel geformt und das Nachbargewebe optimal geschont. Da die Behandlungszeit sehr kurz ist, werden Lagerungsunsicherheiten minimiert.

 

VMAT - Volumetric Modulated Arc Therapy

Eine Weiterentwicklung im Bereich der Intensitätsmodulierten Radiotherapie, IMRT ist die VMAT. Bei diesem Verfahren erfolgt die Bestrahlung während einer Rotation des Bestrahlungsgerätes mit kontinuierlicher Anpassung des Multileaf Kollimators.

 

Geschichte

Ziel jeder Strahlentherapie ist der Eintrag einer möglichst hohen Dosis in den Tumor bei gleichzeitig optimaler Schonung des umliegenden gesunden Gewebes.

Bei der IMRT-Bestrahlungstechnik handelt es sich um eine hochkomplexe Weiterentwicklung der bisherigen dreidimensionalen Bestrahlungstechnik, der konformalen Strahlentherapie, die etwa seit dem Jahr 2000 immer breitere klinische Anwendung findet.

 

Verfahrensweise der IMRT-Strahlentherapie

Grundlage der Bestrahlungsplanung ist auch bei dieser Therapieform eine CT-Bildgebung. In Zusammenschau der Unterlagen und diagnostischen Bildgebung wird ein individuelles Zielgebiet dreidimensional in der Computertomographie definiert. Darüber hinaus werden die umliegenden Organe bestimmt, um im Rahmen der Planung eine Schonung dieser Organe während der Therapie zu erreichen.

In der folgenden Bestrahlungsplanung findet eine Prüfung der möglichen Therapieoptionen statt und es wird ein Bestrahlungsplan erstellt. Für jeden Patienten wird individuell das für ihn beste Therapiekonzept ermittelt.

Die Medizinphysik errechnet mit Hilfe einer komplexen Planungssoftware die Zieldosis. Mit dieser Technik kann eine weitere Verbesserung des Schutzes normaler Gewebe und Organe und eine Erhöhung der Strahlendosis im Tumor erreicht werden.

Vor Beginn der Therapie wird jeder Bestrahlungsplan auf Richtigkeit überprüft.

Die Bestrahlung erfolgt dann fraktioniert. Die einzelnen berechneten Bestrahlungsfelder werden nach einer vorgegebenen Abfolge eingestellt und die Dosis über die einzelnen Bestrahlungs-felder im Zielgebiet appliziert. Zusätzlich zur Einstrahlrichtung und Form des Bestrahlungsfeldes kann die Dosis innerhalb des Bestrahlungsfeldes moduliert werden.

 

Mit modernen, konventionellen Linearbeschleunigern, die mit sogenannten Lamellenkollimatoren ausgerüsteten sind, können mit dieser Technik sehr komplexe Dosisverteilungen erzeugt werden. Es entsteht ein „Dosisgebirge“. Die Überlagerung dieser „Dosisgebirge“ im Überschneidungsbereich aller Bestrahlungsfelder ergibt dann wieder eine gleichmäßige Dosisverteilung über das gesamte kompliziert geformte Zielvolumen. Mittels dieses Verfahrens können Risikoorgane selbst dann in hohem Maße geschont werden, wenn sie vom Tumor umschlossen sind. Es wird also eine möglichst hohe sogenannte Konformalität angestrebt.

 


Anwendungsgebiete

Die Anwendung der IMRT ist in vielen, jedoch nicht in allen Fällen sinnvoll, so wird diese Technologie vor allem bei Behandlungsarten, die in der Nähe von sehr empfindlichen Organen liegen, wie zum Beispiel bei Kopf-Hals-Tumoren oder bei Prostatakrebs angewendet.

Hinweis: Die Intensitätsmodulierte Radiotherapie ist als Therapie nur für bestimmte Behandlungsfelder  geeignet. Das Bestrahlungsverfahren hängt davon ab, wo sich der Tumor befindet und welche Dosis erforderlich ist.


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